Netztrip #2 – Schwerpunkt Sexualität

In dieser Rubrik gibts in Zukunft Links zu interessanten Texten, Bildern und Videos. Heute mit einem Schwerpunkt zu Sexualität:

1. Disappearance

Ein ausgezeichnetes Essay von Roger Friedland über die Rolle der weiblichen Schambehaarung in der westlichen Sexualmoral. Der geschichtliche Bogen reicht von Goyas berühmten Bild La Maja Desnud aus dem 18. Jahrhundert, über die sexuelle Revolution der 1960er, über die ersten Softporno-Magazine bis hin zur Hardcore-Pornografie der Jetztzeit und den Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung junger Frauen auf ihre Sexualität.

2. Labiaplasty Hungry Beast

VIDEO – Die australischen Zensur-Stellen erlauben seit vielen Jahren in den Medien nur das Zeigen einer einzigen Art weiblicher Schamlippen. Diese Sexualnorm hat dazu geführt, dass immer mehr australische Frauen ihre Schamlippen operativ an die angebliche gesellschaftliche Norm anpassen.

3. The evolution of disgust

AUDIO – Die wissenschafltiche Lehrmeinung ging bisher von vier verschiedenen Arten von Abscheu aus. Eine neue Studie kommt zu dem Schluß, dass es nur drei Grundarten von Ekel gibt: Moralische Abscheu beschützt die Gesellschaft, (zb. vor Diebstahl und Betrug), pathogener Ekel beschützt den Körper vor Ansteckungen (zb. vor Dreck, Blut, tote Körper, etc.) und Sexuelle Abscheu hat eine evolutionärstechnische Funktion: Sie soll verhindern, dass wir unsere sexuelle Energie mit nicht-idealen PartnerInnen verschwenden, beispielsweise durch das Ekeln vor Sex mit nahen Verwandten. Der fünf-minütige Podcast gibt eine gute und klare Zusammenfassung der Forschungsergebnisse.

4. Women’s sex-strike ends civil war

VIDEO – Zwei Dörfer auf der Insel Mindanao, Teil der Philippinen, führen seit mehreren Jahren einen sinnlosen Bürger(!)krieg gegeneinander. Doch als die Frauen den männlichen Kämpfern Sex verweigern, kehrt innerhalb kürzestes Zeit Frieden ein.

5. SlutWalk der Botschaften

Nach Occupy Wallstreet zeigt die nächste zivilgesellschaftliche Bewegung das irre Tempo, mit dem sich ziviler Protest heute um die ganze Erde ausbreiten kann. Nach den erstem SlutWalk im kanadischen Toronto im April dieses Jahres sind mittlerweile weltweit, von Deutschland, Österreich bis nach in Indien mehrere tausend Menschen bei den SlutWalks auf die Straße gegangen. Im Kern geht es um eine alte feministische Forderung, die leider noch immer aktuell ist: Dass das Aussehen einer Frau keine Entschuldigung für sexuelle Gewalt ist. Diestandard.at hat eine schöne Bildergalerie vom gestrigen SlutWalk Vienna erstellt.

6. Comic des Tages: Nedroid.com
Fixpunkt im täglichen Medienkonsum: Subtiler Humor vom Feinsten!