LINZimPULS 2012 – Von Revolutionen, dem Scheitern und vielen mehr

Es gibt wenige vergleichbar transparente Fördermodelle wie das LINZimPULS Förderprogramm. Wer bei den monatlichen Treffen des Offenes Forum Freie Szene teilnimmt, konnte dort seinen/ihren eigenen Themenvorschlag einbringen, über die vierzehn Themenvorschläge gab es ein öffentlich einsehbares Voting. Daraus haben sich fünf besonders spannende Themen kristallisiert, über die nächste Woche am Donnerstag, dem 13.10. um 20:00 Uhr in der KAPU eine öffentliche Diskussion stattfinden wird. Fix dabei sind jene fünf, von denen die ursprünglichen Themenvorschläge kamen: Thomas Philipp, Michael ‚Lupo‘ Schweiger, Harald ‚Huckey‘ Renner, Wolfgang ‚Fadi‘ Dorninger und ich, moderieren wird Nicole Honeck. Also kommt hin und mischt euch ein! Im Anschluß an die Diskussion wird über die Kartell-Mailingliste zum Voting aufgerufen werden – wer sich als Freie Szene Mitglied sieht und in die Liste will, kann sich gerne bei mir melden.

FB-Event: http://www.facebook.com/event.php?eid=214816688584787

Folgende Vorschläge stehen zur Disposition:

  • „Zocken, Gamblen, Abziehen“ oder die gemeine Leicht(gläub)igkeit des (Neo-)Liberalismus (Michael ‚Lupo‘ Schweiger)
  • Widerstand (neu) erlernen: LastOftheLongLostLeftOvers (Harald ‚Huckey‘ Renner)
  • Schöner Scheitern (Thomas Philipp)
  • Kein Thema (Wolfgang ‚Fadi‘ Dorninger)
  • Empöret euch? (Thomas Diesenreiter)

Detailtexte zu allen fünf Vorschlägen findet ihr in diesem PDF, egomanerweise kopier ich hier nur meinen Text rein:

Empöret euch?

Ob arabischer Frühling, Occupy Wallstreet oder der Erfolg des gleichnamigen Buches des Franzosen Stephane Hessel: „Empöret euch!“ schallt es von allen Ecken der Welt! In Österreich schüttelt man darüber nur verwundert den Kopf, ist doch das Empören und Wirtshausgranteln seit ehedem ein Grundzug des österreichischen Charakters. Doch wenn die Empörung nur der Entladung des eigenen Frusts dient, also konsequenzenlos bleibt, so werden „die da oben“, um im Wirtshausjargon zu bleiben, weiter fest im Sattel sitzen. Folgerichtig fordert Stefan Haslinger in der aktuellen Ausgabe der KUPF-Zeitung: Empört euch nicht, sondern handelt!

Doch wie kann dieses Handeln aussehen? Was haben wir von den Revolutionen des heurigen Jahres gelernt – und lässt sich das überhaupt auf unser Land übertragen? Sind wir, im Sinne einer breiteren Masse, überhaupt schon revolutionsreif? Und wenn wir es nicht schaffen, zu 100.000en den Wiener Finanzdistrikt oder die Linzer Raiffeisenzentrale zu besetzen, wie kann unser Beitrag zum weltweiten Umbruch aussehen?

LINZimPULS 2012 ruft daher auf, Projekte und Ideen einzureichen, die die kollektive Empörung in konkretes Handeln übersetzen. Ob subversive Messen oder Handlungsanleitungen zum zivilen Ungehorsam, ob Aktionismus oder Haus-Besetzungen, ob Protesttafelmal- oder Hungerstreik-Workshops, es werden radikale, kreative, künstlerische, demokratische Ansätze für die Revolution im Kleinen und Großen gesucht. Raus aus den Denkfabriken, rauf auf die Straße! Raus aus den bequemen Kulturszenen, rein in die Öffentlichkeit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.