Interview mit dem ehemaligen Linzer Kulturdirektor Sigi Janko

Ich kann mich genau ererinnern, ich lebte erst seit kurzem in der oberösterreichischen Landeshauptstadt, als ich überraschenderweise eine Einladung des Vizebürgermeisters Dr. Erich Watzl zu einem Umtrunk anlässlich der Eröffnung des Pflasterspektakels bekam. Ich kannte noch nicht viele Menschen in Linz und kam am Buffet mit einem eloquenten Herren älteren Semesters ins Plaudern. Wir sprachen über den chinesischen Kommunismus und Wege der Kapitalismuskritik in Kunst und Kultur, und mein Gegenüber war zwar einerseits klar vom Geist der 68er Bewegung beseelt aber dennoch überraschend radikal in seinen Sicht- und Denkweisen. Und genau so überrascht war ich später, als sich mein Gesprächspartner als der damals noch amtierede Kulturamtsdirektor Sigi Janko entpuppte.

Sigi Janko

Siegbert Janko (geb. 1945) war zwischen 1990 und 2010 Kulturdirektor der Stadt Linz und damit auch maßgeblich an der Entwicklung des ersten Linzer Kulturentwicklungsplan (kurz KEP) beteiligt. Dieser wurde im Jahr 2000 im Gemeinderat beschlossen und hat maßgeblich die kulturelle Entwicklung der Stadt beeinflusst. Unter Leitung seines Nachfolgers Julius Stieber soll nun ja ein neuer KEP erarbeitet werden.

Aus diesem Anlass haben Thomas Philipp und ich für die Zeitung Versorgerin der Stadtwerkstatt Siegbert Janko zu politischen Versprechungen der Kulturentwicklung und den Auswirkungen auf die freie Szene interviewed. Diesen und viele andere spannende Texte wie ein Interview mit Sigis Nachfolger Julius Stieber, eine Reflektion von Tanja Brandmayr zum KEP-Prozess oder einem Bericht zur Light-Kultur Aktion der KAPU könnt ihr in der aktuellen Ausgabe 12/11 der Versorgerin lesen. Und an dieser Stelle: Danke an Stephan Roiss für die schmeichelnde Zuschreibung im Light-Kultur Bericht: “Der kulturpolitische Tausendsassa Thomas Diesenreiter” – das freut mich!

So, und jetzt endlich das Interview, viel Spaß!

Thomas Philipp: Die Stadt Linz arbeitet derzeit am neuen KEP. Wieso eigentlich? Was ist deiner Meinung nach der Hintergrund?

Siegbert Janko: Der erste KEP war von vornherein auf etwa zehn bis 15 Jahre angelegt und stand auch unter dem Aspekt “work in progress”. Damit war schon geplant, dass Entwicklungen während dieser Zeit immer wieder Berücksichtigung im KEP finden sollen. Der zweite Aspekt, der dazu gekommen ist, war das Europäische Kulturhauptstadtjahr. Damit hat es relativ schnell nach dem Inkrafttreten des KEP markante Änderungen in verschiedenen Bereichen gegeben. Ich glaube, es scheint die Zeit sehr richtig, dass jetzt über eine Neuformulierung des KEP nachgedacht wird.

Weiterlesen

Interview zur Zukunft der Linzer Tabakfabrik für Fruchtgenuss

Letzte Woche hat mir Franz Koppelstätter von der Leerstands-Initiative Fruchtgenuss Fragen zur Zukunft der Tabakwerke gestellt, das ganze Interview ist nun online:

Die Stadt Linz hat die Austria Tabak Werke (ATW) um viel Geld angekauft und steht jetzt unter einem gewissen kommerziellen Verwertungsdruck. Wieso denkst du, dass es notwendig ist, in den ATW kulturelle Nutzung unter zu bringen, die ja bekanntlich kaum direkten monetären Nutzen bringt?

Die Tabakfabrik darf man nicht isoliert betrachten, denn ihre Nutzung wird großen Einfluß auf die Stadtgebietsentwicklung haben. Sie könnte die Lücke zwischen dem Kulturraum Donaupark, der sich im Prinzip vom Brucknerhaus über das Lentos bis zur Altstadt zieht, und dem Hafengebiet schließen.

Weiters bietet das Areal einige Vorteile, die in Linz ansonsten leider selten zu finden sind: Es liegt zentral und ist lärmunempfindlich. Das wäre besonders für den Musikbereich eine große Chance! Dass Linz im Vergleich zu Wien und Graz einiges an Infrastrukturen vermisst, weiß jeder Musikveranstalter, und das hat auch Auswirkungen auf die Musikszene selbst. Denkt man daran, dass Wien international manchmal schon das neue Berlin genannt wird, denkt man an die großartigen Festivals wie ein Elevate oder ein Springfestival in Graz, dann ist klar, dass Linz großen Aufholbedarf hat. Und die Tabakfabrik ist ideal geeignet, um dieses Problem anzugehen. Das ist eine logische kulturpolitische Notwendigkeit, monetäre Fragen kann man mit ökonomischen Argumentationen wie Umwegrentabilität und Standortfragen beantworten, wenns sein muss.

Außerdem schließen sich aufgrund der Architektur und des Denkmalschutzes viele Nutzungsvarianten von vornherein aus, denn niemand wird beispielsweise in fensterlosen Räumen mit zwei Meter Höhe wohnen wollen.

Das ganze Interview findet sich hier!

Zu Gast beim wütenden Teddy

Gestern Abend wurde ich von dem ebenso umtriebigen Daniel Friesenecker eingeladen, für seinen Podcast auf TheAngryTeddy.com eine viertel Stunde über die Open Commons Region Linz, Creative Commons, das CBA und Anonymous zu plaudern. Daniel ist Experte für Social Media, freier Medien Veteran und seine Homepage ist eine Fundgrube für Interessantes zu den Themen Social Media, Gadgets und Internetpolicies.

Lest mehr, hört rein, und abonniert euch den Podcast!

Play